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Vorgehensweise beim Zähneputzen in der Kita

Im Folgenden sehen Sie die schrittweise Vorgehensweise beim Zähneputzen in der Kita.



Einstimmung

In dieser Kita werden die Zahnbürsten in der jeweiligen Gruppe aufbewahrt. Die Erzieherin prägte mit Hilfe eines Zahnputzliedes ein Startritual
welches per CD erklingt. Die Kinder stellen sich zur Zahnbürstenausgabe auf. Gemeinsam geht die Gruppe in den Waschraum.



1. Schritt im Waschraum

Die Zahnbürste kurz unter Wasser halten.



2. Schritt im Waschraum

Kinder putzen mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluorid.



Austeilung der Zahnpasta

Die Kinder halten die Zahnbürsten hin. Die Erzieherin teilt die Kinderzahnpasta aus.

TIPP
Die Kinder putzen ohne Becher. So ist der Ablauf wesentlich einfacher. Die Zahnbürste bleibt immer in einer Hand. Die Kinder müssen nicht ausspülen, ausspucken genügt. Der Speichel wird dadurch mit Fluorid angereichert = lokale Fluoridierung.



Hände hoch

Wer Zahnpasta auf der Zahnbürste hat, hält die Zahnputzhand hoch. Erst wenn alle Kinder fertig sind, beginnen wir mit dem Zähneputzen.



Reihenfolge beim Zähneputzen

  1. Alle beginnen mit den Kauflächen: unten - zwei Seiten  /  oben - zwei Seiten
  2. Zähne zusammenbeißen = Tigerbiss
    Alle putzen die Außenflächen in 3 Abschnitten:
    a. Vorne mit der Zahnbürste Kreise auf die Zähne malen
    b. Zahnbürste in der Backentasche verstecken und im Kreis putzen.
    c. Zahnbürste in der anderen Backentasche verstecken und im Kreis putzen.



Abschluss des Zähneputzens

Kinder ab fünf Jahren können auch noch die Innenflächen auswischen. Dabei den Kopf tief über das Becken halten. Ausspucken und fertig.



Reinigen der Zahnbürsten

Zahnbürsten gut unter fließendem Wasser ausspülen, am Beckenrand ausklopfen.



Rückgabe der Zahnbürsten

In der Gruppe angekommen, gibt jedes Kind der Erzieherin die Zahnbürste zurück.



KAI Zahnputzanleitung

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Fragen aus der Kita

Häufig gestellte Fragen zum Zähneputzen

  • Können wir direkt nach dem Frühstück / Mittagessen mit den Kindern zum Zähneputzen?

Hintergrund dieser Frage ist die von Zahnärzten gelegentlich ausgesprochene Empfehlung, nach dem Verzehr säurehaltiger Nahrungsmittel mit dem Zähneputzen zu warten, um Mineralienverlust im Zahnschmelz durch Erosionen vorzubeugen. Die Universitätsklinik Gießen hat dies untersucht und konnte feststellen, dass diese Beobachtungen nur bei extremen Essgewohnheiten oder bei Erkrankungen wie z. B. Bulimie von Bedeutung sind. Hingegen war das sofortige Putzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta der wichtigste Faktor, um dem Zahn ausreichend Mineralien zuzuführen. Für den Kita-Alltag behält somit der bekannte Spruch seine Gültigkeit:„Nach dem Essen – Zähneputzen nicht vergessen“

  • Wie oft sollen wir die Zahnbürsten wechseln?

Spätestens alle drei Monate oder früher, wenn sie zerkaut, verschlissen oder vertauscht worden sind. Falls erforderlich, können die Zahnbürsten auch in einer Spülmaschine gereinigt werden. Dies ist allerdings überflüssig, wenn die Zahnbürsten nach dem täglichen Zähneputzen gründlich abgespült werden.

  • Wie oft sollen wir die Becher wechseln?

Hochwertige Becher halten viele Spülgänge in der Spülmaschine aus und können evtl. nach einem Jahr ausgetauscht werden. Einfache Becher müssen öfter gewechselt werden. Entscheiden Sie nach Aussehen und Qualität.

  • Wie oft sollen wir die Zahnbürsten / Becher reinigen?

Die Reinigung der Becher erfolgt einmal pro Woche – am besten an einem festgelegten Wochentag.

  • Sollen die Kinder ihre Zahnpasta von zuhause mitbringen?

Es ist kostengünstiger mit einer Sorte Kinderzahnpasta in großen Tuben zu putzen, außerdem ist der Ablauf schneller und es bleibt über-sichtlicher. So ist auch der richtige Fluoridgehalt (500 ppm) gesichert.

  • Müssen die Kinder nach dem Zähneputzen den Mund mit Wasser ausspülen?

Es muss nicht mit Wasser nachgespült werden. Die Kinder putzen mit einer kleinen Menge Zahnpasta. Ausspucken reicht aus.

  • Ist beim „zuckerfreien Vormittag“ Joghurt erlaubt?

Käse, Milch, Quark und Naturjoghurt sind als zahnfreundlich anzusehen. Sie enthalten viel Calcium und nur wenig Milchzucker. Ein Schluck Milch neutralisiert Säuren. Die Produkte kleben nicht an den Zähnen.

  • Ist beim „zuckerfreien Vormittag“ Obst erlaubt?

Obst enthält natürlichen Fruchtzucker. Obst ist saftig und kauaktiv, es klebt nicht an den Zähnen. Der Speichel neutralisiert schnell. Deshalb gelten die meisten Obstsorten nicht als kariogen. Einzige Ausnahme bildet die Banane. Sie enthält klebrige Stoffe, die an den Zähnen haften. Dies kann vom Speichel nicht gelöst werden und wirkt deshalb Karies fördernd.

 

 



10 wichtige Argumente fürs Zähneputzen

 

Warum ist das Zähneputzen in der Kita so wichtig?

 

 

  • Die Fähigkeit zur Zahnpflege ist nicht angeboren – sie muss erlernt und trainiert werden!
  • Das tägliche Zähneputzen bietet Chancengleichheit, insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien, in denen das Thema Zahnpflege keinen so hohen Stellenwert
  • Die Kita trägt durch das Thema Mundhygiene zur Bewusstseinsbildung und durch das tägliche Putzen zur Gewohnheitsbildung bei.
  • Auch wenn die Putztechnik durch die altersbedingte Motorik noch nicht so ausgefeilt ist, wird eine regelmäßige lokale Fluoridierung der Kinderzähne erreicht.
  • Die Förderung der Persönlichkeit der Kinder und die Erziehung zur Selbständigkeit sind wichtige Ziele in der Kita. Das tägliche Zähneputzen eignet sich bestens dafür.
  • Die Kinder lernen Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und werden sich auch später gesundheitsbewusster in anderen Bereichen verhalten.
  • Durch die Ausgabe von Zahnpflege-Bechersets und von Informationen mittels Broschüre gehen Impulse auch ins Elternhaus.
  • Wird das Thema in der Kita aufgegriffen, geben Sie als Erzieherinnen die Botschaft an die  Eltern: „Wichtig“ und verstärken damit unsere präventiven Maßnahmen.
  • Das Gruppenerlebnis erhöht die Motivation und Lernbereitschaft der Kinder.
  • Kinder sind bis zu 8 Stunden in der Kita, zwei Drittel ihrer wachen Zeit! Es werden eine Hauptmahlzeit und zwei Zwischenmahlzeiten eingenommen. Die Zahnpflege gehört selbstverständlich dazu.



Fluoridfahrplan

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Zähne putzen in der Kita

 

Zähne und Zahngesundheit: Der Zahnarzt besucht die Kita

Kinder im Kita-Alter lernen ganz besonders leicht. Das Lernen in der Gruppe und mit Gleichaltrigen macht ihnen nicht nur Spaß, sondern sie verinnerlichen das Gelernte auch besser. In kaum einem anderen Alter können Rituale in der Zahnpflege somit stärker geprägt und ein eigenständiges Verhalten besser gefördert werden. Das Projekt „Zähne und Zahngesundheit“ der LAGZ Rheinland-Pfalz ist pädagogisch ausgefeilt. Es hält die Mädchen und Jungen mehrere Wochen lang mit verschiedenen Aktionen rund um gesunde Zähne in Atem. Malen und Basteln, Lieder singen und Reime dichten oder zahngesunde Mahlzeiten vorbereiten – der Fantasie der Kinder und der Kreativität der Erzieher sind keinerlei Grenzen gesetzt. Die LAGZ Rheinland-Pfalz und die jeweils zuständige regionale AGZ beraten die Pädagogen hierfür und unterstützen sie mit Medien und Hilfsmitteln, wie Zahnpflegesets und Putzanleitungen, Büchern, Spielen oder CDs mit Zahnputzliedern. Elterninformationen, Elternabende und Aktionstage helfen zusätzlich, die Eltern für die Ursachen für Zahnerkrankungen zu sensibilisieren und das Gelernte ins Elternhaus zu tragen.

Ein Zahnarzt übernimmt zudem eine Patenschaft für die Kindertagesstätte. Er besucht die Kita regelmäßig und übt mit den Kindern, wie sie ihre Zähne richtig putzen. Gemeinsam besprechen sie auch, welche Lebensmittel den Zähnen gut tun und welche ihnen schaden. Besonders aufregend für die Kinder ist der Besuch in der Praxis ihres Patenzahnarztes. Hier können sie die Instrumente und Geräte des Zahnarztes unter die Lupe nehmen, einen Mundschutz aufsetzen, oder es sich auf dem Behandlungsstuhl bequem machen. Sie dürfen selbst in die Rolle des Zahnarztes schlüpfen und ihre Freunde „behandeln“. Fast alles ist erlaubt! Der Ausflug in die Zahnarztpraxis ist besonders wichtig, denn dieses spielerische Erlebnis in der Gruppe hilft den Kindern, mögliche Ängste vor dem Zahnarzt abzubauen.




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